Flucht

In einer Zeit, in welcher wir uns immer mehr entfremden von uns selbst. In der Einsamkeit und Stille unerträgliche Zustände darstellen. In diesen Zeiten ist es von Nöten, dass wir wieder lernen mit uns selber auszukommen. Die Konfrontation mit dem eigenen Sein, ist wohl die schmerzhafteste Erfahrung eines jeden. Dies, weil die Reflexion unserer Seele immer desillusionierend ist und uns die ungeschönte Wahrheit offenbart. Oftmals flüchten wir vor der Einsamkeit und Stille, um jener Konfrontation zu entgehen und stürzen uns krankhaft in die Welt der sozialen Medien. Durch diese erhoffen wir uns Resonanz und Feedback und füttern unser Ego mit trügerischer Bestätigung in Form von Likes und Followern.

Man ist ständig auf der Flucht vor sich selbst. Eine Flucht vor der Konfrontation mit sich selber. Die geschönte Seifenblase, die man sich geschaffen hat, kapselt einen ab von der Wahrheit.

Doch, nur die Auseinandersetzung mit dem eigenen Sein bringt den Menschen in das Gleichgewicht, in einen Zustand von Ruhe und Zufriedenheit, die er ja von Anfang an sucht und vergeblich versucht auf anderem Wege zu simulieren. Der, der es schafft sich selber in die Seele zu schauen und nicht vor dem Schmerz der Wahrheit flüchtet; nur der hat auch die Möglichkeit sich selber kennenzulernen. So ist der Mensch, der gelernt hat mit der Einsamkeit zu leben, ein unabhängiger Geist. Denn er fürchtet nicht die Konfrontation mit sich selbst, ist nicht abhängig von Bestätigungen von außen, sondern strebt die Selbstakzeptanz an.

Ömer İbrahim Şamdanlı

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