Du hast dich verändert.

Die vielleicht berüchtigste Aussage.

Man hört sie oft von Menschen, die in einem früheren Lebensabschnitt an unserer Seite waren. Doch was impliziert diese Aussage? Was will der, der sie verwendet uns damit sagen?

Die banale Antwort darauf dürfte jedem bekannt sein. Nämlich, dass man sich als Person verändert hat, hinsichtlich des Charakters, des Erscheinungsbildes oder sonstigen Merkmalen, die uns als Individuum ausmachen. In den meisten Fällen ist diese Aussage auch negativ konnotiert, sodass sie für uns auch als eine Art Beleidigung wirkt bzw. wirken soll.

Wieso kommt es dazu, dass diese Aussage negativ zu wirken scheint, obwohl sie auf den ersten Blick doch eine objektive Feststellung zu sein vermag.

Jeder will von sich sagen können, seinen Werten und Prinzipien treu zu sein. Keiner möchte also ein Mensch sein, der bei Schwierigkeiten alles über Bord schmeißt, woran er geglaubt hat; der so einfach seine Denkweise, sein Handeln verändert und somit auch seine Person als Ganzes.

Mit dieser Aussage will man genau das erreichen, nämlich die Diskreditierung der Person, indem man ihr Treue, Werte, Prinzipien und Disziplin abspricht.

Jedoch ist zu fragen ob Veränderung immer negativ ist? Bringt sie wirklich immer den Verrat und das Vergessen von Werten und Normen mit sich? Ist jede Veränderung schlecht?

Kein Mensch wird ernsthaft behaupten, dass jede Veränderung schlecht sei, denn das würde implizieren, dass auch die Reue schlecht sei und z.B. ein krimineller Mensch sich nicht zu einem rechtstreuen, guten Menschen verändern könnte.

Warum ist dann die Aussage zur Veränderung einer Person hinsichtlich ihrer Denkweise, ihres Handelns etc. so negativ behaftet?

Ist es nicht vielmehr so, dass ein Mensch, der sich nicht verändert per se auch nicht weiterentwickeln kann?

Denn Fortschritt und Lösungen bedürfen Veränderung, Entwicklung.

Natürlich gibt es auch negative Entwicklungen, doch Veränderung an sich zu schmähen ist falsch.

Die Person, welche eine andere durch diese Aussage versucht zu diskreditieren, obwohl es offensichtlich ist, dass die Person sich zum positiven entwickelt hat, offenbart nur ihre eigene Angst vor Veränderung.

Nein, noch mehr. Sie gibt zu die ganze Zeit vorher im Stillstand gelebt zu haben. Sie beklagt, die Naivität und die Schwäche bei der anderen Person nicht mehr vorzufinden, da diese aus ihren Fehlern gelernt hat und ein anderes Handeln vorweist.

Nicht jede Entwicklung ist positiv, jedoch wäre ohne Veränderung kein Fortschritt möglich.

Ömer İbrahim Şamdanlı

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