Rache

Man sagt Erfolg sei die beste Rache. Sie schmecke süß. Die Rache. Sie soll unsere Vergeltung für das Unrecht sein, welches gegen uns begangen wurde. Sie ist, so hofft der Rachsüchtige, die Erlösung um mit der Vergangenheit abzuschließen.

Jedoch muss man sich fragen, wie dieses Gefühl zu Stande kommt. Was treibt einen Menschen so an, dass er hinter Vergeltung her ist. Meist blind und ohne Rücksicht auf Verluste, die andere als auch ihn selbst betreffen. Woher kommt dieses Gefühl? Dieser Drang?

Ist es das Erlebte, das man noch nicht verarbeitet hat? Das Unrecht, welches einem widerfahren ist und das Nacht für Nacht immer wieder wach hält? Ist es die daraus resultierende Wut, die nur wächst mit der Erkenntnis in einer ohnmächtigen Lage zu sein?

Zumindest sollte man diese Ohnmacht näher betrachten. Jene kommt zu Stande, da meist die Angelegenheit, das Unrecht in der Vergangenheit liegt. Ein abgeschlossener Abschnitt im Leben eines jeden. Doch der von Rachegedanken heimgesuchte versucht immer wieder den Schlüssel zu finden für diesen Abschnitt. Daher die Ohnmacht, daher die Wut, denn man weiß, auch wenn man es nicht eingestehen will, dass das Vergangene und Begangene nun nicht mehr zu ändern ist.

Und so scheitert jeder Versuch, dass Erlebte durch Taten in der Gegenwart auszulöschen. Daraus folgend ist Rache nichts weniger als der Versuch die Vergangenheit zu ändern. Und genau deshalb bleibt sie sinnlos und unmöglich. Sie treibt den Rachsüchtigen nur mehr und mehr in Verzweiflung auf der Suche nach dem Schlüssel für eine Tür, die längst versiegelt ist.

Ömer İbrahim Şamdanlı

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