Nur eine Richtung

Du fällst.

Je tiefer du fällst desto leiser. Desto dunkler. Finsternis über Finsternis. So leise, dass du deinen Herzschlag hörst.

Du fällst.

Das Licht schwindet komplett. Mit ihr die Sicht und dein Gleichgewicht. Große Leere engt deine Brust ein. Je tiefer desto schwieriger wird das Atmen.

Du fällst.

Momente ziehen vorbei wie der Wind an deiner Wange. Je tiefer desto schneller. Du denkst mehr als du verstehst. Ein Sturm tobt in deinem Kopf, doch ist um dich herum nur Stille.

Und du schlägst auf.

Angekommen auf den Boden der Tatsachen. Ein harter Aufschlag. Eine harte Konfrontation mit der Wahrheit, die dich umgibt. Noch benommen von dem tiefen Fall, wachst du langsam auf.

Du schaust auf.

Du schaust auf und realisierst, dass es ein unglaublich tiefer Fall war. Du realisierst, dass bei deinem Fall, dich niemand aufgefangen hat. Du realisierst, dass nichts wirkliche Substanz hat, außer dieser Boden auf dem du liegst.

Du schaust auf.

Und verstehst endlich, dass nach den ganzen unübersichtlichen Stürmen und Kämpfen, nach den zahlreichen Niederlagen und enormer Trauer, der Weg nun frei ist.

Und du schaust ein letztes Mal auf und weißt; diesen Weg wirst du alleine bis zum Ende gehen und dieser kennt nur eine Richtung

– nach oben.

Ömer İbrahim Şamdanlı

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